Der deutsche Turm

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Wir arbeiten in einem Gebäude, das mitten im Zentrum von Buenos Aires die deutsche Kultur vertritt und verbreitet. Der Torre Alemán, der deutsche Turm, wurde Anfang der 70er vom Club Alemán gegründet, dem deutschen Club. Der residiert jetzt im 21. Stock. Über der Garage sitzt das Goethe-Institut, direkt an der Straße die deutschsprachige Bibliothek, es gibt ein deutsches Restaurant und die Außenhandelskammer hat hier ihren Sitz. Regelmäßig kommen hochrangige Menschen aus deutschen Unternehmen.

Und so absurd sich die Idee auch anhört, einen deutschen Turm in der südamerikanischen Großstadt zu konzipieren, so hat die Idee des deutschen Clubs doch auch durchaus seine Vorteile für uns. J. hat neulich entdeckt, wie man noch weiter hochklettern kann, als der Fahrstuhl erlaubt. Vorbei an der Küche des Restaurants und einem vorbereiteten Meeting irgendwelcher Wirtschaftsfunktionäre, folge ich ihm die Treppe nach oben, bis zu einer schmalen Metall-Leiter. Darüber eine Klappe. Ich schlucke meine Höhenangst herunter und klettere hinter J. die Sprossen nach oben, schiebe mich durch die Luke am Ende und stehe auf dem Dach.

„Wahnsinn“, sage ich und zücke meine Kamera.

Die Klimaanlage rauscht, während ich vorsichtig von Bodenplatte zu Bodenplatte hüpfe, auch wenn J. mir garantiert, dass die alle betretbar sind. „Na ja. Die meisten wenigstens“, sagt er.

Unter uns wälzt sich der Verkehr durch den Nachmittag, über uns brennt die Sonne, die ich hier so lange vermisst habe.

Die Platten halten.

 

 

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